
Erstes Transnationales Meeting, Braga © Carlos Santos , HPH Braga
Nach dem Vorbild des Good-Practice-Projekts „Human Power Hub“ der Stadt Braga (Portugal) entwickelt die Stadt Leipzig im URBACT-Transfernetzwerk ein Kooperationsmodell für soziale Innovation weiter. Der partizipative Ansatz des Human Power Hub zielt darauf ab, Bürger:innen, öffentliche Einrichtungen, Wissenschaft und Wirtschaft stärker miteinander zu vernetzen. So sollen soziale Initiativen, die kommunale Quartiersarbeit und die lokale Ökonomie gezielt unterstützt und Innovationspotenziale im Stadtteil besser genutzt werden.
Das Projekt ist im Leipziger Norden im Stadtteil Mockau verortet, der seit 2016 Schwerpunktgebiet der integrierten Stadtteilentwicklung im INSEK Leipzig ist. Inhaltlich vorangebracht wird es bis 2028 von einer lokalen Arbeitsgruppe, der URBACT Local Group (ULG), mit Akteuren aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Im Zentrum steht die Weiterentwicklung der Idee eines „Social Innovation Hub Mockau“ zu einem tragfähigen Konzept.
bgh. Gauly & Volgmann GbR ist von der Stadt Leipzig mit der Koordination der ULG Mockau beauftragt und unterstützt den Prozess durch folgende Leistungen:
- Konzeption, Steuerung und Moderation des ULG-Prozesses über die drei URBACT-Phasen Verstehen, Anpassen und Anwenden (2026–2028)
- Vorbereitung, Moderation und Dokumentation der ULG-Sitzungen, ergänzt um fachliche Impulse und Beispiele aus anderen Städten und Quartieren
- Inhaltliche Begleitung bei der Erarbeitung eines Konzepts für den „Social Innovation Hub Mockau“ mit Leitbild, Zielen, Organisations- und Nutzungskonzept sowie Ansätzen zur Verstetigung
- Vernetzung der lokalen Akteure und Schnittstellenfunktion zwischen Stadtverwaltung, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, u. a. in Anknüpfung an das Akteursnetzwerk des Quartiersmanagements INTIGRA+ Mockau
- Unterstützung der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im Stadtteil
- Teilnahme an den transnationalen Netzwerktreffen und Einbindung des Leipziger Prozesses in den europäischen URBACT-Austausch

Transnationales Netzwerktreffen in Braga, Mai 2026 © HPH Braga
Im Mai 2026 trafen sich Vertreter:innen der Partnerstädte Braga (Portugal), Danzig (Polen), Málaga (Spanien), Espoo (Finnland), Bologna (Italien), Kyjiw (Ukraine) und Leipzig in Braga, um die nächsten Schritte im Netzwerk zu konkretisieren. Weitere Treffen in den Partnerstädten sind bis 2028 geplant; im Sommer 2027 werden alle Partnerstädte in Leipzig zu Gast sein.
Hintergrund: Die Teilnahme am URBACT-Transfernetzwerk entstand auch aus dem Wunsch heraus, die Zusammenarbeit mit Leipzigs Partnerstadt Kyjiw auf der Ebene der Stadtentwicklung fortzuführen. Zwischen beiden Städten besteht seit 1961 eine Städtepartnerschaft; im Rahmen des Netzwerks „Dialogues for Urban Change“ (D4UC) des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen wurden bereits gemeinsame Projekte auf Quartiersebene umgesetzt. Das URBACT-Transfernetzwerk bietet nun die Möglichkeit, diese Städtepartnerschaft weiter zu vertiefen und um weitere europäische Partner zu erweitern, die an ähnlichen Themen arbeiten. Federführend innerhalb der Stadtverwaltung Leipzig sind das Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung (AWS) und das Referat Internationale Zusammenarbeit. Bereits im Februar 2026 besuchte eine Delegation der Partnerstädte Leipzig und machte sich ein Bild von den Projekten vor Ort; Baubürgermeister Thomas Dienberg begrüßte die Gruppe, und gemeinsam mit Heike Will, Amtsleiterin des AWS, wurden Einblicke in die Projektstruktur gegeben, an der nun bis 2028 gemeinsam gearbeitet wird.
Was sind URBACT-Transfernetzwerke?
URBACT-Transfernetzwerke unterstützen europäische Städte dabei, bewährte urbane Lösungen zu übernehmen und an ihre lokalen Gegebenheiten anzupassen. Sie bringen Kommunen zusammen, die eine bereits erprobte Praxis einer „Lead-Partnerstadt“ – hier Braga – kennenlernen, testen und weiterentwickeln möchten. Durch Peer Learning, Workshops und gemeinsame Arbeitsprozesse entwickeln die beteiligten Städte konkrete lokale Handlungsansätze, etwa in den Bereichen Nachhaltigkeit, Mobilität, Governance oder soziale Teilhabe.

Auftraggeber: Stadt Leipzig, Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung (AWS)
Zeitraum: Mai 2026 – Juli 2028
